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Zusammenfassung: "Gender Works! Gender Mainstreaming: Gute Beispiele aus der Facharbeit"

Vierte Fachtagung des GenderKompetenzZentrums, am 10. November 2005

Die vierte Fachtagung des GenderKompetenzZentrums fand am 10. November 2005 von 10.00 –17.00 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität in Berlin statt. Es trafen sich hauptsächlich Vertreterinnen und Vertreter von Bundes- und Landesministerien, den Kommunen, der Senatsverwaltung, aus Bildungs-, Forschungs- und Beratungseinrichtungen sowie Vereinigungen und Verbänden bis hin zu den Medien.
Vor dem Hintergrund einer inzwischen mehrjährigen Erfahrung mit der Implementierung von Gender Mainstreaming (GM) war es das Ziel der Fachtagung, anhand von konkreten Beispielen aus der Facharbeit aufzuzeigen, dass eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie GM die Qualität der Arbeit verbessert. Ferner ging es auch um eine Verständigung über Kriterien für die Suche nach und die Bewertung von Beispielen.

Vor der Darstellung der praktischen Beispiele führte Dr. Anne Rösgen mit ihrem Einführungsvortrag „Gender Works – Wie sich die Facharbeit durch Gender Mainstreaming verbessert"  in das Thema ein. Ihre theoretischen Ausführungen illustrierte Frau Dr. Rösgen mit Beispielen aus Ihrer langjährigen Beratungserfahrung, die den positiven Nutzen der Integration von Gender-Aspekten eindrucksvoll belegten. Sie betonte aber auch, dass die Beschäftigten vor allem dann GM in der Facharbeit motiviert umsetzen, wenn die Leitung dies auch glaubwürdig und ernsthaft einfordert. Dr. Anne Rösgen unterschied in Ihrem Vortrag zwischen dem direkten Nutzen von GM für die Gleichstellung und dem Zusatznutzen von GM für die Verbesserung der Facharbeit. Bei aller Betonung des Aspektes, wie sehr GM die Facharbeit optimiere, müsse der direkte Nutzen von GM, nämlich der für die Gleichstellung auch weiterhin offen kommuniziert werden.
Daran anschließend stellten die Mitarbeiterinnen des GenderKompetenzZentrums Petra Ahrens und Sandra Lewalter ihre Überlegungen zu „Kriterien für gute Beispiele“ zur Diskussion. In der nachfolgenden Debatte dazu kam u.a. die Anregung, die vorgestellten Kriterien zu ergänzen, zum Beispiel die strukturierenden Wirkung von Gender für das Geschlechterverhältnis stärker zu betonen.

An diesen Vortrag knüpfte sich der thematische Block „ Gender Mainstreaming in der Arbeitswelt“  an. Nach einer kurzen Einführung von Petra Ahrens stellte Dr. Friederike Koch von der "v. Bodelschwinghschen Anstalt Bethel die Erfahrungen mit Gender Mainstreaming in ihrem betrieblichen Reorganisationsprozessen" vor.
Über GM und Qualitätsmanagement: Gleichstellung bei einer arbeitsmarktpolitischen Dienstleisterin sprach Ute Brammsen, Prokuristin bei der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg mbH (bequa).
Beide Beispiele beeindruckten, weil sie die weit verbreitete Ansicht, dass GM und Gleichstellung in diesem schwieriger Bereich der Arbeitsmarktpolitik kaum umzusetzen sei, widerlegten. Beide Rednerinnen betonten, dass die Integration von Gender in diesem Bereich nicht nur machbar, sondern notwendig sei, will man den Herausforderungen gerade in der gegenwärtigen schwierigen wirtschaftlichen Lage innovativ begegnen. Zum Beispiel gehen Angebote einer arbeitsmarktpolitischen Dienstleisterin, die nicht die unterschiedlichen Lagen von Frauen und von Männern am Arbeitsmarkt berücksichtigt an diesen vorbei und zeigen damit auch keinen Erfolg.
Die Erkenntnis, dass es in diesem Bereich jedenfalls nicht ohne Berücksichtigung von Gender geht, hat in beiden Organisationen zur organisatorischen Verankerung der Strategie GM geführt. Diese organisatorische Verankerung hat die Einbeziehung von Gender-Aspekten in die Inhalte der Facharbeit bei beiden Organisationen erleichtert.

Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmenden in zwei parallele Arbeitsgruppen auf. In der ersten Arbeitsgruppe wurden Beispiele zu Gender Mainstreaming und dem Handlungsfeld Zuwendungen vorgestellt.
In der zweiten Arbeitsgruppe beschäftigte sich die Teilnehmenden mit Beispielen aus dem Sachgebiet Gesundheit.

Zum Abschluss der Fachtagung wurde aus den Arbeitgruppe berichtet.
Als Eindruck von diesem Tag blieb das Fazit: „Gender Mainstreaming ist „in“ und Gender works!“

Es ist geplant, die Fachtagung ausführlich zu dokumentieren und im Rahmen einer Buchpublikation zu veröffentlichen.
Das GenderKompetenzZentrum wird sich auch weiterhin bemühen, durch zielgruppenorientierte Veranstaltungen dem bestehenden Bedarf an Informationsaustausch nachzukommen.

Hier können Sie den Ablauf der Tagung als PDF-Datei herunterladen.
 
Aus den Ergebnissen der Fachtagung ist ein gleichnamiges Buch entstanden, herausgegeben von Prof. Dr. Susanne Baer LL.M. und Dr. Karin Hildebrandt. Auf der Homepage des Peter Lang Verlags finden Sie weitere Informationen.
by Administrator last modified 2012-05-10 10:24