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BMFSFJ und BMAS wollen Entgeltgleichheit herstellen

Am 20. März 2009 wurde zum zweiten mal der Equal Pay Day in Deutschland begangen. Initatorinnen sind die Frauen der Business Professional Women Germany (BPW), die dabei finanziell vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wurden. Dieses Jahr wurde der Equal Pay Day erstmals von einer Allianz getragen, die die BPW gebildet haben mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Frauenrat (DF), und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).

Aus diesem Anlass stellte die Ministerin Ursula von der Leyen (BMFSFJ) das „Dossier Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland“ und das „Lohngleichheitsinstrument Bund für Deutschland“, kurz Logib-D genannt vor. In der Presseerklärung rief sie die Tarifparteien dazu auf zusammenzuarbeiten, um die Lohnschere zu schließen.

Im Dossier stellt das Ministerium dar, welche Ursachen es für die Lohnungleichheit gibt und dokumentiert diese anhand der neuesten Daten zur Unterschieden in Berufen und Brachen, geringeren Aufstiegschancen und der ungleich verteilten Betreuungsarbeit.

Das vorgestellte Lohnmessinstrument Logib-D basiert auf Logib, das vom Schweizer Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) entwickelt wurde. Das Instrument besteht aus einer Excel Datei (Microsoft Office), in die ein statistisches Verfahren zur Feststellung von Lohndiskriminierung einprogrammiert wurde. Logib-D soll ab Sommer in Deutschland anwendbar sein. Als Pilotunternehmen für den Selbsttest haben sich Microsoft Deutschland, der Krankenhausbetreiber Marienhaus GmbH, der Arzneimittelhersteller Weleda und die Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover freiwillig gemeldet.

In Abgrenzung zu den Vorschlägen des BMFSFJ erklärte Olaf Scholz (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BMAS) auf einer Veranstaltung der Hans-Böckler Stiftung, dass freiwillige Maßnahmen nicht ausreichten, um die Lohnlücke zu schließen. Scholz forderte ergänzend die Einführung eines Mindestlohns, die Einrichtung einer Entgeltgleichheitsstelle, ein Informationsrecht für Betriebsräte, das die Unternehmen verpflichtete Logib-D anzuwenden und die Festschreibung des Prinzips der Entgeltgleichheit im Vergaberecht. (Pressemitteilung)

Am 22. April 2009 veranstaltet das GenderKompetenzZentrum die Fachtagung "Entgeltgleichheit herstellen – Strategien, Instrumente, gute Beispiele". Zentrale Gleichstellungsakteure aus der Schweiz, Großbritannien, Belgien, Österreich und Deutschland stellen ihre Strategien und Instrumente für die Herstellung von Entgeltgleichheit vor.
Unter anderem wird das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB) seine Arbeit vorstellen.

Hier finden Sie nähere Informationen zur Tagung, zum Programm und zur Anmeldung.

MaK
by Administrator last modified 2010-01-02 20:06