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E-Learning-Programm zur Umsetzung von Gender Mainstreaming und Familienprüfung für die Landesverwaltung Niedersachsen

Das Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit des Landes Niedersachsen hat für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ressorts eine CD-ROM mit dem Titel "Gender Mainstreaming und die Prüfung der Auswirkungen auf Familien" herausgegeben. Die CD-ROM führt durch ein mehrstündiges E-Learning-Programm, welches das Thema Gender Mainstreaming schrittweise näher bringt.

Nach einer allgemeinen Einführung und der Klärung der Begriffe Gender und Mainstreaming werden die Entwicklung und die rechtlichen Hintergründe von Gender Mainstreaming dargelegt: Wo wurde die Strategie wann festgelegt, und warum ist sie für Deutschland und das Land Niedersachsen bindend? Warum ist Gender Mainstreaming notwendig, und welche Vorteile bringt es? Nachdem die Strategie GM anhand von Videos und kurzen Texten vorgestellt wurde, wird anhand von Beispielfällen aus allen Ressorts der Zusammenhang zwischen den eigenen fachlichen Aufgaben und Gender aufgezeigt.

Das erarbeitete Grundwissen soll dann die praktische Umsetzung von GM ermöglichen. Wie diese genau abläuft, lässt sich an der beispielhaften Bearbeitung einer Kabinettsvorlage mit Hilfe eines GM Leitfadens erlernen – der Leitfaden kann daraufhin zur Übung noch selbstständig an anderen Fallbeispielen Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Mit Hilfe dieses Leitfadens können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien die Erkenntnisse aus der Weiterbildung dann direkt auf ihre alltägliche Arbeit anwenden. Außerdem verfügt die CD-ROM über eine eigene Datenbank mit geschlechterdifferenzierten Statistiken, welche die verschiedenen Lebenslagen von Frauen und Männern abbilden. Als Anwendungsbeispiel wird eine Kabinettsvorlage zur Subventionierung von Forstbeständen bearbeitet, bei der ermittelt wird, in welcher Form Frauen und Männer Wälder nutzen und demnach mittelbar von der Vorlage betroffen wären.

Ein weiterer Schwerpunkt der Weiterbildung ist die Familienprüfung, bei der die Auswirkungen von Maßnahmen auf die spezifische Lebenssituation von Familien abgeschätzt werden. Dazu muss geprüft werden, inwieweit die geplante Regelung zu einer Verbesserung der Lebens- und Gestaltungsbedingungen für Familien beiträgt – bei den Aspekten materielle Situation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit, Zusammenleben der Generationen, und Pflege von kranken, behinderten oder älteren Familienangehörigen. Hierbei wird beispielsweise erfragt, ob die Regelungen die für Familien wichtigen Einrichtungen der sozialen Infrastruktur oder Bildungseinrichtungen unterstützen oder beeinträchtigen. Der Familienbegriff wurde vom Ministerium offen und realitätsnah gefasst: “Familie ist dort, wo in verbindlichen, personalen Beziehungen Kinder betreut und erzogen werden oder andere familiäre Aufgaben, wie die Verantwortung für kranke, behinderte oder pflegebedürftige Familienangehörige geleistet werden.”

Das Arbeiten mit der CD-ROM sensibilisiert außerdem für Geschlechterstereotype in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz, und hilft bei der Entwicklung einer geschlechtergerechten Sprache - zum Beispiel bei der Erstellung von Formularen. Das angesammelte Wissen kann abschliessend in einem Test überprüft werden – bei Bestehen können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung durch ein Zertifikat bestätigen lassen.

Ziel der Weiterbildung ist es, Gender Mainstreaming und Familienprüfung als Strategien im Verwaltungsprozess auf allen Ebenen und in allen Ressorts zu etablieren. Die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der niedersächsischen Landesverwaltung sollen in der Lage sein, eine geschlechterdifferenzierte Gesetzesfolgenabschätzung durchzuführen und Gesetze und Regelungen auf ihre Auswirkungen auf Frauen, Männer und Familien hin zu prüfen - Ein wichtiger Schritt zu einer geschlechtergerechten, zielgruppenorientierten und effektiven Verwaltungsarbeit.




Die CD-ROM wurde unter der Leitung von Marion Olthoff, Referentin im Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit Niedersachsen, in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim und dem Kompetenzzentrum eLearning Niedersachsen bei der nordmedia entwickelt.
Kontakt für weitere Informationen: marion.olthoff@ms.niedersachsen.de

„Den kleinen Unterschied berücksichtigen“, Artikel in der ReformZeit – Zeitung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung Niedersachsen vom April 2008

Weiterführende Informationen auf der Homepage des GenderKompetenzZentrums:

E-Learning und Gender

Fort- und Weiterbildung zu Gender Mainstreaming
ms
by Administrator last modified 2010-01-02 20:06