Geschlechtsstereotype
Stereotype sind vereinfachte Vorstellungen über Menschen, welche die Wahrnehmung einer Person bestimmt. Sie basieren auf erworbenen Vorurteilen, die im täglichen Umgang nicht mehr hinterfragt werden. Mit Hilfe von Stereotypen wird die Umwelt vereinfacht und damit Unsicherheit reduziert. Dadurch entstehen festgelegte Wahrnehmungsmuster, die einerseits das Handeln erleichtern, anderseits aber Eigenschaften von Personen und Gruppen festschreiben und damit den Austausch auf die stereotypisierten Vorstellung beschränken. Zudem sind mit diesen Zuschreibungen in der Regel Wertungen verbunden.
Geschlechtsstereotypen schreiben Personen auf Grund ihrer erkennbaren Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zu. Diese Zuschreibungen werden sehr früh im Sozialisationsprozess erworben, da die soziale Umwelt, wie Untersuchungen zeigen, auf Jungen und Mädchen sehr unterschiedlich reagiert. Sie beeinflussen daher unsere Wahrnehmung meist unbewusst und sind folglich in Lernprozessen nur schwer zu verändern. Wiederholte und deutlich andere Erfahrungen beispielsweise in systematischen Weiterbildungen können solche verfestigte Vorstellungen korrigieren.
Beispiele
In einer Studie zum Verhalten gegenüber Babys konnte gezeigt werden, dass Betrachterinnen und Betrachter die Reaktion eines Babys entsprechend des Geschlechts sehr unterschiedlich bewerten. Das Weinen eines Jungen wurde auf Ärger zurückgeführt, das Weinen eines Mädchens auf Angst. In beiden Fällen war dasselbe Kind zu sehen, nur der Vorname änderte sich.
Eine weitere Studie zu der Bewertung von Gemälden kam zu dem Ergebnis, dass Bilder unabhängig vom Geschlecht des Betrachtenden deutlich höher bewertet wurden, wenn das Bild vermeintlich von einem Mann gemalt wurde. Gleiches zeigte sich bei der Beurteilung von wissenschaftlichen Aufsätzen. Vorgeblich von Männer stammende Arbeiten wurden intelligenter und überzeugender eingeschätzt.
Aktuelle Situation
In den letzten Jahren zeigt sich ein Wandel im Umgang mit Geschlechtsstereotypen. Wurden sie früher offen ausgesprochen, werden sie heute zunehmend aus der öffentlichen Auseinandersetzung verdrängt. Unterschiedliche Leistungszuschreibungen nur am Geschlecht festzumachen gilt heute in vielen Bereichen nicht mehr als akzeptabel. Frauen werden bei offenen Befragungen sogar positiver im Hinblick auf ihre Führungsqualitäten eingeschätzt. („Women-are-wonderful-Effekt“) Erst indirekte Untersuchungsmethoden zeigen die klassischen Geschlechtsstereotypen.
Literatur
Geschlechtsstereotypen schreiben Personen auf Grund ihrer erkennbaren Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zu. Diese Zuschreibungen werden sehr früh im Sozialisationsprozess erworben, da die soziale Umwelt, wie Untersuchungen zeigen, auf Jungen und Mädchen sehr unterschiedlich reagiert. Sie beeinflussen daher unsere Wahrnehmung meist unbewusst und sind folglich in Lernprozessen nur schwer zu verändern. Wiederholte und deutlich andere Erfahrungen beispielsweise in systematischen Weiterbildungen können solche verfestigte Vorstellungen korrigieren.
Beispiele
In einer Studie zum Verhalten gegenüber Babys konnte gezeigt werden, dass Betrachterinnen und Betrachter die Reaktion eines Babys entsprechend des Geschlechts sehr unterschiedlich bewerten. Das Weinen eines Jungen wurde auf Ärger zurückgeführt, das Weinen eines Mädchens auf Angst. In beiden Fällen war dasselbe Kind zu sehen, nur der Vorname änderte sich.
Eine weitere Studie zu der Bewertung von Gemälden kam zu dem Ergebnis, dass Bilder unabhängig vom Geschlecht des Betrachtenden deutlich höher bewertet wurden, wenn das Bild vermeintlich von einem Mann gemalt wurde. Gleiches zeigte sich bei der Beurteilung von wissenschaftlichen Aufsätzen. Vorgeblich von Männer stammende Arbeiten wurden intelligenter und überzeugender eingeschätzt.
Aktuelle Situation
In den letzten Jahren zeigt sich ein Wandel im Umgang mit Geschlechtsstereotypen. Wurden sie früher offen ausgesprochen, werden sie heute zunehmend aus der öffentlichen Auseinandersetzung verdrängt. Unterschiedliche Leistungszuschreibungen nur am Geschlecht festzumachen gilt heute in vielen Bereichen nicht mehr als akzeptabel. Frauen werden bei offenen Befragungen sogar positiver im Hinblick auf ihre Führungsqualitäten eingeschätzt. („Women-are-wonderful-Effekt“) Erst indirekte Untersuchungsmethoden zeigen die klassischen Geschlechtsstereotypen.
Literatur
- Fried, A., Wenzel, R., Baitsch, C.: Wenn zwei das Gleiche tun. Diskriminierungsfreie Personalbeurteilung, 2000, Zürich.
- Krumpholz, Doris: Wahrnehmung von Frauen bei Einstellungen und Beurteilungen; in: Gleichstellung in der Praxis 2005/5, S. 23-28.
- Spreemann, Sandra: Geschlechtsstereotype Wahrnehmung von Führung. Der Einfluss einer maskulinen oder femininen äußeren Erscheinung, 2000, Hamburg.

