Aspekte Sprache
- Ausblendung - Einblendung: Frauen kommen historisch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht oder nur stereotyp vor. Psychologische Untersuchungen zeigen, dass scheinbar neutrale Inhalte, die in männlicher Ausdrucksform transportiert werden, gedanklich mit Männern assoziiert werden und eher nur Männer ansprechen. So wird unbewusst die Anwesenheit und der Anteil von Frauen der Wahrnehmung entzogen. Gender Mainstreaming bedeutet daher, Frauen sprachlich in gleicher Weise wie Männer zu berücksichtigen.
- Schubladen: Es ist nicht ausreichend, von „den" Männern oder „den" Frauen zu sprechen. Diese Formulierungen unterstellen eine Gleichförmigkeit innerhalb dieser Gruppen, die es so nicht gibt. Eine geschlechtersensible Sprache bedeutet, Frauen und Männer in möglichst spezifischer Form anzusprechen, also zum Beispiel als Mütter und Väter oder Mädchen und Jungen und als Beamte oder Beamtin, Lehrer und Lehrerin, Chef und Chefin usw. Umgekehrt lassen sich neutrale Sammelbegriffe wie „Alte" oder „Jugend" in alte Frauen/alte Männer, junge Frauen/junge Männer ausdifferenzieren.
- Stereotype: Begriffe transportieren oft Metaphern (z.B. „Vorreiter", „Jungspund"), die wiederum Geschlechterstereotype verfestigen. So verstärken und verfestigen Bilder Hierarchien im Geschlechterverhältnis, indem sie Männer in dominanten Positionen oder in der Mehrzahl zeigen. Wer Gender systematisch mitdenkt, vermeidet diese Einseitigkeit. Mit Leitfäden und Checklisten lässt sich von vorne herein eine Perspektive der Gleichstellung der Geschlechter in die Sprachgestaltung einbeziehen.
- Personen: Sollen Frauen und Männer in gleicher Weise angesprochen werden, müssen weibliche und männliche Personenbezeichnungen Verwendung finden. Manchmal werden Texte dann sperrig, doch ist dies keine zwingende Folge. Gender Mainstreaming fordert dazu auf, nach sinnvollen Alternativen zur Einseitigkeit zu suchen.
Instrumente zur Umsetzung von GM im Handlungsfeld Sprache
- Das Instrument "Sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern - Hinweise, Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele (BBB-Merkblatt M19)" wurde vom Bundesverwaltungsamt - Bundesstelle für Büroorganisation und Bürotechnik entwickelt. Es richtet sich an die (Bundes-) Verwaltung. Sie können es herunterladen unter
http://www.bva.bund.de/cln_047/nn_538624/SharedDocs/Publikationen/Verwaltungsmodernisierung/Sprachliche__Gleichbehandlung__von___20Frauen___20Maennern,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Sprachliche_Gleichbehandlung_von_%20Frauen_%20Maennern.pdf
- Der "Leitfaden zu einer geschlechtergerechten Sprache" wurde von der Stabsstelle für Frauenförderung der Johannes Kepler Universität Linz entwickelt. Er richtet sich an Universitätsverwaltungen. Sie können ihn herunterladen unter http://www.frauen.jku.at/frauenfoerderung/dokumente/leitfaden.pdf.
- Der "Leitfaden Geschlechtergerechtes Formulieren im Bereich Arbeitsmarktpolitik" wurde von der GeM – Koordinationsstelle Gender Mainstreaming im ESF, Österreich, entwickelt. Er unterstützt speziell im Sachgebiet Arbeit, und richtet sich an Personen, die sich mit Arbeitsmarktpolitikbeschäftigen, insbesonders ESF-Beteiligte. Sie können ihn herunterladen unter http://www.gem.or.at/download/10_Toolbox_Sprache.pdf.
- Der Leitfaden zur geschlechtergerechten Sprache "Mehr Frauen in die Sprache" wurde von Dr. Friederike Braun für das Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein entwickelt. Er enthält neben einem theoretischen Teil praktische Beispiele aus dem Bereich Verwaltung und Rechtssprache. Sie können das Instrument herunterladen unter
http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-frauen/sprache.pdf - Der "Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung" wurde von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen enwickelt. Er unterstützt bei der Umsetzung einer geschlechtergerechten und verständlichen Amts- und Rechtssprache im Behördenalltag. Sie können das Instrument herunterladen unter
http://www.berlin.de/imperia/md/content/verwaltungsakademie/gendermainstreaming/flyer_geschlechtergerechte_sprache.pdf
- Der "Leitfaden zur sprachlichen Gleichbehandlung im Deutschen" wurde von der Schweizerischen Bundeskanzlei 1996 herausgegeben. Er richtet sich an die einzelnen Bediensteten der Bundesverwaltung und stellt ein Hilfsmittel dar, das auf die verschiedenen Möglichkeiten geschlechtergerechten Formulierens mit den jeweiligen Vor- und Nachteile hinweist sowie in einem praktischen und einem Nachschlage-Teil Lösungsvorschläge zu spezifischen Formulierungsproblemen anbietet. Sie können den Leitfagen herunterladen unter http://www.bk.admin.ch/dokumentation/publikationen/00292/01215/index.html
- Der "Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren", herausgegeben vom Gender Mainstreaming Arbeitskreis der Landesregierung Niederösterreich, richtet sich vorangig an Verwaltungsbeschäftigte. Neben Gründen für geschlechtergerechtes Formulieren, werden durch einer Reihe von Besipielen Alternativen für Texte und Bildmaterial aufgezeigt. Herunterzuladen unter http://www.bfh.ch/content/services/gleichst/Gender/sprache_NO.pdf
- Die Kurzanleitung "...denn nicht jeder ist eine Frau... - Geschlechtergerechte Sprache und wirkungsvolle Kommunikation" von der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Basel-Landschaft vermittelt einen bewussten Umgang mit Sprache. Herunterzuladen unter http://www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/fkd/gleich/aktuell/nicht-jeder-frau.pdf
- Der Leitfaden „Geschlechtergerechtes Formulieren” wurde vom Österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur entwickelt. Er richtet sich an alle, die mit dem Verfassen von Texten beschäftigt sind, sei es in Gesetzesgebung, Journalismus oder für andere Textarten. Sie können den Leitfaden herunterladen unter
http://www.bmukk.gv.at/medienpool/7108/PDFzuPubID403.pdf
- Der Webservice der Stadt Wien bietet eine interaktives Angebot zum geschlechtergerechten Formulieren: "Eine Sprache für Frauen und Männer". Einzusehen unter: http://www.wien.gv.at/ma57/sprache/index.html
- Das Arbeitshandbuch der Bundesverwaltung "Bürgernahe Verwaltungssprache" enthält allgemeine Empfehlungen zur Verwaltungssprache, darunter auch ein kurzes Kapitel zur sprachlichen Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Herunterladen können Sie das Arbeitsbuch hier.
- Die Diakonie hat eine Handreichung zur geschlechtergerechten Sprache herausgegeben. Ziel der Veröffentlichung ist es, Leistungen von Frauen, die 70 Prozent der Beschäftigten in der Diakonie ausmachen, zu würdigen und zu einem bewussten Umgang mit der Sprache zu ermuntern. Zu bestellen ist die Broschüre hier: http://www.diakonie.de/1330_906.htm
- Die deutsche Unesco Kommission hat in der Broschüre "Eine Sprache für beide Geschlechter" Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch herausgegeben (Autorinnen: Marlies Hellinger/ Christine Bierbach). Die pdf können Sie herunterladen unter: http://www.uni-wuerzburg.de/fileadmin/36020000/user_upload/geschlechtsneutrale_Sprache.pdf
- Mit der Handreichung "Macht und Sprache" sensibilisiert das Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Österreich für einen sensibleren Umgang mit Sprache. Die Handreichung thematisiert nicht nur geschlechtsspezifische Ungleichheiten, sondern auch Rassismus und Antisemitismus in der Sprache. Herunterladen können Sie das Dokument hier: http://www.eduhi.at/dl/MachtSprache.pdf
- Das Glasgow City Council setzt sich mit der Handreichung "Language Matters - A guide to good practice" gegen Diskriminierung in Dienstleistungen der Stadtverwaltung ein und sensibilisiert Beschäftigte für Gleichstellungsthemen. Herunterladen können Sie das Dokument unter http://www.glasgow.gov.uk/en/YourCouncil/PolicyPlanning_Strategy/Corporate/Equalities/Women/guide+to+nonsexist+language.htm.
Weiterführende Literatur:
Duden: Adam, Eva und die Sprache, Beiträge zur Geschlechterforschung, Thema Deutsch, Band 5, Wiesbaden 2004
Gottburgsen, Anja: Stereotype Muster des sprachlichen Doing Gender, Eine gesprächsanalytische Studie, Westdeutscher Verlag, Oktober 2000
Deutscher Bundestag (Hg.): Maskuline und feminine Personenbezeichnungen in der Rechtssprache. Bericht der Arbeitsgruppe „Rechtssprache" vom 17.01.1990, Drucksache 12/1041.1991.
Hessisches Ministerium der Justiz: „Richtlinien zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Verwaltungssprache" vom 23.01.1992, auch in: Deutscher Städtetag, Mitteilungen Nr. 362-404, Folge 8 vom 27.04.1992, Köln, S. 181-182.
equality office Schweiz: Was heisst Gender Mainstreaming für den Alltag in der Bundesverwaltung? , S.2
Council of Europe: Recommendation No. R (90) 4 of the Committee of Ministers to Member States on the Elimination of Sexism from Language, 1990
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Österreich: Geschlechtergerechtes Formulieren
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Österreich: Macht und Sprache. Für ein sensibleren Umgang mit Sprache. Handreichung für Multiplikator/innen, Wien 2000
Europäische Kommission: 100 Begriffe aus der Gleichstellungspolitik – Glossar der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern.
Stahlberg, Dagmar/ Sczesny, Sabine: Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen, in: Psychologische Rundschau, 52(3) 2001, S. 131-140.
Gottburgsen, Anja: Stereotype Muster des sprachlichen Doing Gender, Eine gesprächsanalytische Studie, Westdeutscher Verlag, Oktober 2000
Deutscher Bundestag (Hg.): Maskuline und feminine Personenbezeichnungen in der Rechtssprache. Bericht der Arbeitsgruppe „Rechtssprache" vom 17.01.1990, Drucksache 12/1041.1991.
Hessisches Ministerium der Justiz: „Richtlinien zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Verwaltungssprache" vom 23.01.1992, auch in: Deutscher Städtetag, Mitteilungen Nr. 362-404, Folge 8 vom 27.04.1992, Köln, S. 181-182.
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Council of Europe: Recommendation No. R (90) 4 of the Committee of Ministers to Member States on the Elimination of Sexism from Language, 1990
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Österreich: Geschlechtergerechtes Formulieren
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Österreich: Macht und Sprache. Für ein sensibleren Umgang mit Sprache. Handreichung für Multiplikator/innen, Wien 2000
Europäische Kommission: 100 Begriffe aus der Gleichstellungspolitik – Glossar der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern.
Stahlberg, Dagmar/ Sczesny, Sabine: Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen, in: Psychologische Rundschau, 52(3) 2001, S. 131-140.

