„Sex“ und „Gender“
In der Frauen- und Geschlechterforschung der 1980er Jahre wurde zwischen „sex“ und „Gender“ deutlich unterschieden. Bahnbrechend war damals die Erkenntnis, dass Unterscheidungen zwischen Frauen und Männern nicht nur aufgrund körperlicher Unterschiede, sondern vor allem in Bezug auf soziale Ausprägungen zu erklären sind. Inzwischen ist jedoch geklärt, dass sich „sex“ und „Gender“ nicht so eindeutig voneinander trennen lassen. Zum einen führt die Trennung dazu, dass durch den Fokus nur auf das soziale Geschlecht biologische Weiblichkeit und Männlichkeit als „natürliche“ Grundlage unhinterfragt bleibt. Zum anderen verkennt eine Trennung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht, dass unsere Auffassung von dem, was biologisch ist, ganz erheblich davon abhängt, was wir sozial als solches ansehen. So sind in der Geschichte der Medizin sehr unterschiedliche Auffassungen davon vertreten worden, was „biologisches Geschlecht“ ist, und erst mit dem Aufkommen eines sozialen Zwei-Geschlechter-Modells hat sich auch eine biologische Auffassung verfestigt, es gebe „den Mann“ und „die Frau“. Diese biologische Ordnung übersetzt sich allerdings auch nicht zwingend in eine trennscharfe soziale Ordnung. Folglich liegt es nahe, biologische, soziale und auch kulturelle Faktoren zusammen zu denken. Entscheidend ist die Frage, warum Unterscheidungen in Frauen und Männer relevant werden und wie diese gesellschaftlich bewertet werden.
„Gender“ bezeichnet also das Geschlecht als ein Zusammenspiel aus biologischen Faktoren, wie z.B. einem Chromosomensatz, aus körperlichen Faktoren, wie Größe, Erscheinung, Stimmlage, aus sozialen Faktoren, wie z.B. der Namensgebung, die nach deutschem Recht eine eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht erzwingt, der Erziehung oder der Arbeitsteilung mit Blick auf bestimmte Geschlechterrollen oder der Erfahrung, aufgrund bestimmter Kleidung, Körpergröße oder Haarschnitte als Mann oder als Frau angesprochen und zugeordnet zu werden.
Gender steht also als Begriff für ein gewandeltes Verständnis von Geschlecht innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Kontexte. Geschlecht ist keine „natürliche“ Gegebenheit. Die Tatsache, dass es Frauen und Männer gibt und diese als zwei unterschiedliche Gruppen von Menschen wahrgenommen werden, ist vorrangig das Ergebnis einer Reihe von gesellschaftlichen Zuschreibungen und Erwartungen, die durch Erziehung, Medien, Rollenvorstellungen und Normen vermittelt werden. Das biologische Geschlecht ist also nicht die Grundlage von Gender, sondern immer ein Teil von Gender. Wie Frauen und Männer ihr Geschlecht „verkörpern“ und was als „natürlich“ und „normal“ gilt, ist demnach immer auch abhängig von gesellschaftlichen Vorstellungen und Normen. Dies heißt, auch das als „natürlich“ angenommene Geschlecht hat eine Geschichte, denn auch der naturwissenschaftliche und medizinische Blick auf Körper ist einem historischen Wandel unterworfen.
„Gender“ bezeichnet also das Geschlecht als ein Zusammenspiel aus biologischen Faktoren, wie z.B. einem Chromosomensatz, aus körperlichen Faktoren, wie Größe, Erscheinung, Stimmlage, aus sozialen Faktoren, wie z.B. der Namensgebung, die nach deutschem Recht eine eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht erzwingt, der Erziehung oder der Arbeitsteilung mit Blick auf bestimmte Geschlechterrollen oder der Erfahrung, aufgrund bestimmter Kleidung, Körpergröße oder Haarschnitte als Mann oder als Frau angesprochen und zugeordnet zu werden.
Gender steht also als Begriff für ein gewandeltes Verständnis von Geschlecht innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Kontexte. Geschlecht ist keine „natürliche“ Gegebenheit. Die Tatsache, dass es Frauen und Männer gibt und diese als zwei unterschiedliche Gruppen von Menschen wahrgenommen werden, ist vorrangig das Ergebnis einer Reihe von gesellschaftlichen Zuschreibungen und Erwartungen, die durch Erziehung, Medien, Rollenvorstellungen und Normen vermittelt werden. Das biologische Geschlecht ist also nicht die Grundlage von Gender, sondern immer ein Teil von Gender. Wie Frauen und Männer ihr Geschlecht „verkörpern“ und was als „natürlich“ und „normal“ gilt, ist demnach immer auch abhängig von gesellschaftlichen Vorstellungen und Normen. Dies heißt, auch das als „natürlich“ angenommene Geschlecht hat eine Geschichte, denn auch der naturwissenschaftliche und medizinische Blick auf Körper ist einem historischen Wandel unterworfen.

