Lehrveranstaltungen
Das GenderKompetenzZentrum beteiligt sich an der wissenschaftlichen Debatte um die Strategie Gender Mainstreaming. Es reflektiert und veröffentlicht - unter strikter Beachtung des Datenschutzes und der Anonymisierung - konkrete Erfahrungen der Umsetzung von GM für die Forschung. Das wissenschaftliche Team lehrt im Studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies der HU Berlin und bereitet Studierende auf Praktika im Bereich des Gender Mainstreaming vor.
Lehrangebote des Studiengangs Geschlechterstudien/Gender Studies finden Sie unter http://www.gender.hu-berlin.de/studiumlehre/lehre/.
Das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin bietet auch eine Übersicht über Studiengänge und Einrichtungen der Frauen- und Geschlechterforschung an anderen deutschsprachigen Universitäten: http://www.gender.hu-berlin.de/service/links/
Im Wintersemester 2009/2010 bieten wir folgende Seminare an:
Seminar: "Wie lassen sich Gesetze gleichstellungsorientiert gestalten? Gender Mainstreaming in der Praxis der bundesdeutschen Gesetzgebung"
Gender Mainstreaming (GM) verfolgt das Ziel Gleichstellung aktiv durchzusetzen. Was bedeutet aber eigentlich "Gleichstellung" und wie zeigt sich das beispielsweise in der Gesetzgebung?
Im Seminar soll als erstes eine Begriffsklärung zu Gleichstellung, Gender und GM erfolgen, um diese Begriffe daraufhin ins Verhältnis zu setzen. Daran anknüpfend wird von Studierenden gemeinsam mit der Seminarleitung die Umsetzung von GM im Bereich der Rechtsetzung und dabei insbesondere der Gesetzesfolgenabschätzung erprobt. Die Anwendung von Instrumenten des GM soll diskutiert und bei den Blockterminen praktisch an konkreten Gesetzen wie z.B. den "Hartz-Gesetzen" umgesetzt werden. Dadurch soll auch im Zusammenhang mit der Geschichte und aktueller wissenschaftlicher Kritik zu GM die Möglichkeiten der tatsächlichen Umsetzung diskutiert werden.
Zur Erweiterung berufsorientierender Kompetenzen besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen des Seminars auf Praktika in Institutionen vorzubereiten, die die Strategie Gender Mainstreaming umsetzen.
Sebastian Scheele / Sandra Smykalla
Seminar: "Aufstieg und Fall von Gender Mainstreaming? Reflexion und Kritik aktueller Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitiken"
Gender Mainstreaming (GM) ist in den letzten (fast) 10 Jahren Jahren zu einer der wichtigsten gleichstellungspolitischen Strategien nicht nur in der Europäischen Union, sondern auch in Deutschland avanciert. Mit der Umsetzung wird nicht nur im politischen Feld diskutiert, wie erfolgreich die Strategie bis heute ist. Auch in den Gender Studies wird kritisch gefragt, ob mit GM ein Paradigmenwechsel in der Frauen- und Gleichstellungspolitik eingeläutet wurde und was dieser für Effekte zeitigt. Stellt GM eine Strategie für strukturelle Veränderungen in Organisationen dar oder ist sie eine bedenkliche Strategie der „rhetorischen Modernisierung“, die tradierte zweigeschlechtliche Denk- und Deutungsmuster reaktiviert? Wie können die Erkenntnisse aus den Debatten um Intersektionalität und Interdependenzen in die Praxis einfließen?
Um Potentiale und Grenzen der Strategie GM einschätzen zu können, werden im 1. Teil des Seminars die entscheidenden Begriffe und Konzepte zu Gleichstellung und Gleichstellungspolitik erarbeitet. Daran anknüpfend wird GM als politische Strategie behandelt, wobei die Entstehungs- und Durchsetzungsgeschichte, aktuelle wissenschaftliche Kritik sowie andere Strategien wie „Managing Diversity“ und Antidiskriminierungspolitik diskutiert werden. Die konkrete Umsetzung von GM soll anhand von selbständig recherchierten Beispielen beleuchtet werden. Dazu werden im 2. Teil des Seminars Umsetzungsbeispiele analysiert und methodische Grundlagen der qualitativen Forschung erläutert. Anschließend werden Akteurinnen und Akteure, die mit der Umsetzung von GM betraut sind, von den Studierenden befragt und die Ergebnisse im Seminar präsentiert.
Dieses Seminar eignet sich besonders für Studierende, die bereits Kenntnisse der Gleichstellungspolitik haben und, die an einer anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit politischen Strategien interessiert sind. Es besteht die Möglichkeit, Institutionen sowie Akteurinnen und Akteure kennenzulernen und sich auf berufliche Tätigkeitsfelder in der Gleichstellungspolitik vorzubereiten.


