GenderKompetenz 2003-2010

Das GenderKompetenzZentrum 2003-2010
Das GenderKompetenzZentrum wurde im Oktober 2003 unter dem Dach des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien von Prof. Dr. Susanne Baer gegründet.
Es geht auch auf die Arbeit der Wissenschafttlichen Begleitung zu Gender Mainstreaming in der Bundesregierung zurück, die mit der GSF e.V. die Anfänge dieser gleichstellungspolitischen Strategie unter Ministerin Bergmann (SPD) in den Bundesministerien begleitete. Das GKompZ wurde dann durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter Ministerin Schmidt (SPD), später unter Ministerin von der Leyen (CDU) und für den Übergang in die Selbständigkeit für weitere 7 Monate unter Ministerin Schröder (CDU) finanziell gefördert. Im Jahr 2010 hat Prof. Baer als Dirketorin das Zentrum an ein neues Team übergeben, das nun selbständig arbeiten wird.
Im Zentrum haben 2003-2010 gearbeitet:
Ahrens, Petra
Albert, Eva-Maria
Brandt, Oliver
Dimitrova, Petra
Englert, Dietrich
Erfurt, Philine
Geppert, Jochen
Gugel, Rahel
Häckel, Resa
Hartung, Anna
Heilmann, Andreas
Hildebrandt, Karin
Hoheisel, Miriam
Kletzing, Uta
Köhnen, Manfred
Krämer, Christiane
Kühl, Jutta
Kurbjuhn, Carmen
Lepperhoff, Julia
Lewalter, Sandra
Marx, Andrea
Nöhring, Alexander
Obertreis, Ute
Osterloh, Katrin
Parlar, Renée
Reuyß, Stefan
Rost, Petra
Sauer, Arn Thorben
Scheele, Sebastian
Schröder, Michael
Symkalla, Sandra
Szutenberg, Zuzanna
GenderKompetenz - Gleichstellungspolitik
Die Aufgaben des GenderKompetenzZentrums zwischen 2003 und 2010 bezogen sich zentral auf die gleichstellungspolitischen Strategien innerhalb der Bundesregierung: Wissen bereitstellen, Kompetenz erzeugen, Akzeptanz sichern. Die Formen der Arbeit waren interne Beratungen, Fachtagungen für die Bundesministerien, öffentliche Gender Lectures und die Wissensvermittlung über die Webseite. Dort finden sich – auch jetzt noch - mehr als 2000 Seiten mit Informationen zu Gender in zahlreichen Sachgebieten und Handlungsfeldern der Bundesregierung, die in der Zeit der Beratung für den Bund entstanden sind. Vieles ist weiter aktuell – nutzen Sie es.
Manches bleibt von Bedeutung. Das finden Sie hier.
Gleichstellungspolitik: Alles Gender- oder was?
Gender-Kompetenz ist die Voraussetzung für erfolgversprechende Gleichstellungspolitik.
Gleichstellungspolitik hat im heutigen Europa einen hohen Stellenwert – das zeigen die Verträge ebenso wie die Berliner Erklärung, das Jahr für Chancengleichheit 2007 ebenso wie der Fahrplan zur Gleichstellungspolitik. Deutlich ist, dass wir auf Globalisierung und demografischen Wandel, auf die Veränderungen in der Arbeitswelt und die sich ebenfalls verändernden, vielfältigen Vorstellungen von Privatleben und Familie dringend angemessen reagieren müssen. Keine Gesellschaft darf sich heute Ausgrenzung und Diskriminierung und eine Fixierung auf überkommene Rollenbilder leisten. Zukunftsfähigkeit hängt auch davon ab, für Gleichheit, für Gleichstellung, für Chancengerechtigkeit zu sorgen.
Gleichstellung meint gleiche Chancen für Frauen und Männer, also für Jungen und Mädchen, für junge und alte Menschen in ihrer Vielfalt. Gleichstellung anerkennt Menschen in ihrer „Diversität“ hinsichtlich des Geschlechts und der sexuellen Orientierung, der Herkunft und des Glaubens, der Mobilität und des Alters - so verwirklicht Gleichstellungspolitik die Versprechen der Grund- und Menschenrechte, frei von Diskriminierung leben zu können. Es geht also darum, Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen gerecht zu werden, ihnen Teilhabe und echte Wahlfreiheit zu ermöglichen.
Gleichberechtigung, wie sie das Grundgesetz versteht, lässt sich nur erreichen, wenn Gleichstellung zur Querschnittsaufgabe wird: vom Arbeitsleben über die Familie bis zur Wirtschaft, von der Außenpolitik über die Sozialpolitik bis zur internationalen Zusammenarbeit – Gleichstellungsfragen spielen überall eine Rolle. International wird eine Querschnittsaufgabe als „Mainstreaming“ bezeichnet: Mit dem Gender Mainstreaming soll die Gleichstellung von Frauen und Männern systematisch in die Planung, Durchführung und Bewertung von Maßnahmen integriert werden. Die deutsche Bundesregierung spricht von „Gleichstellung als Erfolgsstrategie“ und § 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Ressorts von „Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip“. Andere Staaten haben andere Formulierungen gefunden: In Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg und Litauen ist es die „Integration von Geschlechteraspekten“ oder der „Geschlechterdimension“, in den Niederlanden die „Gender-Dimension“ und „Emanzipationsaspekte“, in Schweden und Rumänien die „Integration der Gleichstellungsperspektive“.



