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Verkehr

Die Beanspruchung der Verkehrswege durch Personen und Güter hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Internationaler Handel und Dienstleistungsaustausch, wachsende Mobilitätsbedürfnisse, rapide anschwellende Tourismusströme und die Eröffnung neuer Verbindungen zwischen Ost- und Westeuropa stellen hohe Anforderungen an ein modernes Verkehrsmanagement. Mobilität ist nicht nur ein Standortfaktor für die Wirtschaft, sondern auch Zugangsvoraussetzung für Erwerbsarbeit und Ausdruck von privatem Lebensstandard. Verkehrsverhalten und Verkehrsbedürfnisse können für Männer und für Frauen unterschiedlich ausfallen.

Im Bundesverkehrswegeplan werden die infrastrukturellen Weichen gestellt, die die Verkehrsströme zukünftig leiten. Wichtigster Verkehrsträger neben Bahn, Luftverkehr und Schifffahrt ist der Straßenverkehr. Auf den Straßen treffen die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse unmittelbar aufeinander. Die Straßenplanung orientiert sich vorrangig am motorisierten Individualverkehr erwerbstätiger Menschen; lange Zeit war für die urbane Verkehrsplanung die „Autogerechte Stadt" als Leitbild maßgeblich. Dahinter verbirgt sich ein männliches Stereotyp. Nicht alle Menschen sind von oder zu ihrer Arbeitsstelle unterwegs und verfügen im Alltag über ein Privat-Kfz. Frauen, die nicht außerhäusig erwerbstätig sind, werden hier ebenso vernachlässigt wie Männer, die nicht "traditionell männlich" leben oder leben wollen. Wird Gender einbezogen, kann Planung darauf hinwirken, dass Straßen öffentlichen Personennahverkehr und auch nicht-motorisierte Verkehrsteilnahme aufnehmen.

Zur Leistungsfähigkeit eines Verkehrsnetzes gehört auch der Faktor Sicherheit. Das Risiko ist im Straßenverkehr auf Nutzer und auf Nutzerinnen ungleich verteilt. Die Unfallstatistik weist signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Zielgruppen aus. Männer und Frauen sind unterschiedlich mobil und von Risiken unterschiedlich betroffen. Gender Mainstreaming bezieht die Mobilitätsbedürfnisse von Frauen und Männern gleichberechtigt in alle Entscheidungsprozesse moderner Verkehrsplanung ein.

Es gibt einige Gender-Aspekte, die für die Verkehrspolitik meist von Bedeutung sind.
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last modified 06/03/2006
calendar of events
 
Center for Transdisciplinary Gender Studies
 
Chair for Public Law and Gender Studies Prof. Dr. S. Baer LL.M.
 
Federal Ministry of Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth
 

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