Europäischer Gleichstellungsgipfel in Deutschland
Am 15. und 16. Mai trafen sich die europäischen Gleichstellungs- und Familienministerinnen und - minister in Bad Pyrmont zum informellen Austausch. Dabei stand die Chancengleichheit von Frauen und Männern in Erwerbs- und Familienarbeit im Mittelpunkt.
Eröffnet wurde die Diskussion mit dem Thema des Wandels der Geschlechterrollen und den Herausforderungen, die sich hierbei insbesondere für Männer stellen. Männer wollen sich in einer pluralistischen Gesellschaft ebenso wenig wie Frauen auf stereotype Rollenbilder - wie z.B. den Ernährer festlegen lassen. Das Ziel der Überwindung von Rollenstereotypen, welches die EU- Kommission in der Roadmap 2006-2010 festlegt, muss politische Umsetzung finden. Wie rechtliche Regelungen zur besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben den Rollenwandel fördern können, wird dabei eine Frage sein. Jedoch muss auch die Wirtschaft entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit z.B. die geteilte Elternzeit tatsächlich in Anspruch genommen wird. Wie durch >Allianzen mit der Wirtschaft< die Chancengleichheit in Zukunft gesichert werden kann, stand daher als zweiter Punkt auf der Tagesordnung. So sind Unternehmen im Rahmen der Lissabonstrategie aufgefordert, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Angebote zur besseren „Work-Life- Balance“ zu machen und gleiche Karrierechancen zu fördern.
Als dritter Punkt wurde die ungleiche Verteilung der Management- und Führungspositionen verhandelt. Insbesondere Frauen werden in ganz Europa auf ihrem Weg „nach oben“ von einer „gläsernen Decke“ aufgehalten. Laut Wochenbericht des DiW Berlin bewegt sich der Frauenanteil in den Führungsgremien der börsennotierten großen Unternehmen im europäischen Durchschnitt bei 10%. Welche Ursachen diese ernste Datenlage hat und wie Politik darauf reagieren kann wurde von den europäischen Ministerinnen und Ministern diskutiert.
Als letzter Punkt ist das Thema Migration behandelt worden, wobei die Gleichstellung von Frauen mit Migrationshintergrund im Vordergrund steht. Die große Herausforderung besteht hierin, Gleichstellung als Grundwert in den Communities zu etablieren und auch hier Rollenbilder zu hinterfragen. Wichtig erscheint zunächst, die politische und gesellschaftliche Partizipation von Migrantinnen und Migranten zu fördern und doppelte Diskriminierungen zu vermeiden, um so eine glaubwürdige Basis für Chancengleichheit zu schaffen.
Abschließend wurden die Beiträge aus den verschiedenen europäischen Mitgliedsländern sowie die Ergebnisse des Treffens mit Vertreterinnen und Vertretern von NRO´s und anderen Gleichstellungsakteurinnen und -akteuren besprochen. Dort wurde die die gemeinsame Erklärung der Teamspräsidentschaft der Länder Deutschland, Portugal und Slowenien vorgestellt: "Auf dem Weg zur Gleichstellung in der Europäischen Union".
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des BMFSFJ.

