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EU Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2008 - Herausforderung für die Mitgliedstaaten

Die Europäische Kommission würdigt den Anstieg der Frauenerwerbsquote und das steigende Bildungsniveau von Frauen in dem jüngst erschienen Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2008. Doch im gleichen Atemzug wird deutlich herausgestellt, dass nicht nur weiter an der quantitativen Verbesserung der Beschäftigung von Frauen gearbeitet werden muss, sondern gerade auch im Bezug auf die Qualität der Arbeitsplätze sowie die Bezahlung Handlungsbedarf besteht.
  • Der Unterschied zwischen den europäischen Beschäftigungsquoten von Frauen und Männern lag 2006 bei 14,4%, trotz des besseren Bildungsniveaus von Frauen und einer Universitätsabsolventinnenzahl von 59%. Diese Divergenz erhöht sich bei den über 55-jährigen noch um 3,4 Prozentpunkte.
  • Gerade im Bereich der Lohndifferenz lag Deutschland 2006 mit 22% beim europäischen Vergleich im letzten Drittel, unweit des letzten Platzes mit 25%. Im europäischen Durchschnitt ist das Lohngefälle seit 2000 nur um 1% gesunken.
  • Die geschlechtsspezifische sektorale und berufliche Segregation wie auch die Anzahl von Frauen in Führungspositionen in der Europäischen Union machen der Europäischen Kommission Kopfzerbrechen. Beide Bereiche stagnieren; bei der Segregation des Arbeitsmarktes gibt es sogar in einigen Ländern Rückschritte und die Segregation steigt an.
Dringenden Handlungsbedarf sieht die Kommission auch in den zwei Bereichen Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie in der Teilzeitbeschäftigung von Frauen. Hier sind die Rahmenbedingungen für die Beseitigung der Ungleichheit zwischen Frauen und Männern noch nicht ausreichend hergestellt.

Daraus ergeben sich im Fazit der Europäischen Kommission fünf Herausforderungen, die die 27 Mitgliedstaaten zügig angehen sollen:
  • Die quantitative und qualitative Verbesserung der Beschäftigung von Frauen fördern.
  • Die Geschlechteraspekte in alle Dimensionen der Arbeitsplatzqualität einbeziehen.
  • Die Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben durch Weiterentwicklung der Angebote und der Qualität von Diensten ausbauen.
  • Die Bekämpfung von Stereotypen in Bildung, Beschäftigung und Medien vorantreiben.
  • Gleichstellungsbezogene Instrumente zur Folgenabschätzung entwickeln.

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2008 mit einem 18seitigen Anhang zur europäischen Länder- und Themenorientierung. Er ist als Broschüret auch in englischer Sprache erhältlich.

Die Berichte aus den Vorjahren sowie in weiteren Sprachen finden Sie auf der Homepage der Europäischen Kommission.

Erarbeitet von Carmen Kurbjuhn
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Letzte Aktualisierung 17.04.2008
 
 
Lehrstuhl Prof. Dr. S. Baer LL.M.
 
 

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