Ausschuss-Anhörung "Frauen in der Wissenschaft und Gender in der Forschung"
Am 18.2.2008 führte der Bundestags-Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung eine öffentliche Anhörung zu den beiden Themen Frauen in der Wissenschaft und Gender in der Forschung durch. Zehn Sachverständige aus Wissenschafts- und Forschungsorganisationen präsentierten pointierte Stellungnahmen zur Bestandsaufnahme und zu Handlungsoptionen und beantworteten die zahlreichen Fragen der Abgeordneten.
Dass ein dringender Handlungsbedarf besteht, die Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft zu erhöhen, war Konsens unter allen Fraktionen. Debattiert wurde eher darüber, welche Instrumente dazu zielführend sind: Eher Anreize im Sinne eines „Roten Teppichs”, oder Quoten nach dem Kaskadenmodell? Diskutiert wurden ebenfalls die Chancen und Grenzen von Zielvereinbarungen, der Anonymisierung von Beurteilungsverfahren und die Reputationswirkung von Gleichstellungs-Rankings z.B. von Hochschulen.
Besonders hervorgehoben wurde die Bekämpfung von Stereotypen, nämlich des „Mythos des Wissenschaftlers”, der ausschließlich und immer für seinen Beruf, zur Verfügung stehe. Dadurch werden Männer mit Familienverantwortung ausgegrenzt, was deutlich macht, dass die Fokussierung auf Frauen nicht ausreicht. Allerdings werden jedoch auch Frauen generell ausgegrenzt, da ihnen unterstellt wird, an ein Kind gebunden zu sein – unabhängig von den Fakten, ob sie tatsächlich ein Kind haben oder nicht.
Als Sachverständige war auch die Direktorin des GenderKompetenzZentrums, Prof. Dr. Susanne Baer, eingeladen. Sie unterstrich die Wichtigkeit, Gender in die Forschung einzubeziehen: Zum einen könne, wer Gender nicht verstehe, Gleichstellung nicht fördern, weil dann notwendiges Wissen z.B. über Widerstände oder die Vergeschlechtlichung von Strukturen fehle. Zum anderen könne, wer Gender nicht verstehe, die Welt nicht verstehen – was „keine abgedrehte Übertreibung” sei, sondern durch zahllose Beispiele aus verschiedensten Disziplinen und Sachgebieten untermauert werden kann. Die Vermittlung der Relevanz von Gender in der Forschung gestalte sich teilweise, da sich Gender in vielen Disziplinen noch im Stadium der Grundlagenforschung befinde, ähnlich anspruchsvoll wie die Vermittlung der Relevanz anderer Grundlagenforschung auch. Prof. Baers Ausführungen stießen auf großes Interesse bei den Abgeordneten. Hier können Sie ihre schrifliche Stellungnahme herunterladen.
Der starke Publikumsandrang, den auch die Ausschussvorsitzende Ulla Burchardt beeindruckt feststellte, zeigte das außergewöhnlich hohe öffentliche Interesse am Thema. Auch die Medien waren vertreten; beispielsweise finden Sie Artikel zur Anhörung in der Frankfurter Rundschau und im Tagesspiegel.
Auf der Homepage des Bundestags finden Sie einen kurzen Bericht der Anhörung, die Tagesordnung sowie den zugrundeliegenden Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN.
Dass ein dringender Handlungsbedarf besteht, die Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft zu erhöhen, war Konsens unter allen Fraktionen. Debattiert wurde eher darüber, welche Instrumente dazu zielführend sind: Eher Anreize im Sinne eines „Roten Teppichs”, oder Quoten nach dem Kaskadenmodell? Diskutiert wurden ebenfalls die Chancen und Grenzen von Zielvereinbarungen, der Anonymisierung von Beurteilungsverfahren und die Reputationswirkung von Gleichstellungs-Rankings z.B. von Hochschulen.
Besonders hervorgehoben wurde die Bekämpfung von Stereotypen, nämlich des „Mythos des Wissenschaftlers”, der ausschließlich und immer für seinen Beruf, zur Verfügung stehe. Dadurch werden Männer mit Familienverantwortung ausgegrenzt, was deutlich macht, dass die Fokussierung auf Frauen nicht ausreicht. Allerdings werden jedoch auch Frauen generell ausgegrenzt, da ihnen unterstellt wird, an ein Kind gebunden zu sein – unabhängig von den Fakten, ob sie tatsächlich ein Kind haben oder nicht.
Als Sachverständige war auch die Direktorin des GenderKompetenzZentrums, Prof. Dr. Susanne Baer, eingeladen. Sie unterstrich die Wichtigkeit, Gender in die Forschung einzubeziehen: Zum einen könne, wer Gender nicht verstehe, Gleichstellung nicht fördern, weil dann notwendiges Wissen z.B. über Widerstände oder die Vergeschlechtlichung von Strukturen fehle. Zum anderen könne, wer Gender nicht verstehe, die Welt nicht verstehen – was „keine abgedrehte Übertreibung” sei, sondern durch zahllose Beispiele aus verschiedensten Disziplinen und Sachgebieten untermauert werden kann. Die Vermittlung der Relevanz von Gender in der Forschung gestalte sich teilweise, da sich Gender in vielen Disziplinen noch im Stadium der Grundlagenforschung befinde, ähnlich anspruchsvoll wie die Vermittlung der Relevanz anderer Grundlagenforschung auch. Prof. Baers Ausführungen stießen auf großes Interesse bei den Abgeordneten. Hier können Sie ihre schrifliche Stellungnahme herunterladen.
Der starke Publikumsandrang, den auch die Ausschussvorsitzende Ulla Burchardt beeindruckt feststellte, zeigte das außergewöhnlich hohe öffentliche Interesse am Thema. Auch die Medien waren vertreten; beispielsweise finden Sie Artikel zur Anhörung in der Frankfurter Rundschau und im Tagesspiegel.
Auf der Homepage des Bundestags finden Sie einen kurzen Bericht der Anhörung, die Tagesordnung sowie den zugrundeliegenden Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN.
Erarbeitet von Sebastian Scheele

